13.08.2010
"Nach Lollar mit dem Schmaadlecker-Shuttle" - Ein weiterer neuer Pressetext für Sie zum Lesen ...
13.08.2010
"Schienenwege erhalten" - Ein neuer Pressetext der LB AG ist für Sie online ...
Stellen Sie sich vor es ist ....
Ein Montag im Februar, 4:35 Uhr.
Bahnhof Londorf.
Zwanzig Menschen sitzen an diesem frühen, kalten Morgen bequem im mollig geheizten RegioShuttle und warten auf die Abfahrt des ersten Zuges um 4:38 Uhr in Richtung Gießen.
Die meisten sind Arbeiter, die in Gießen umsteigen und nach Frankfurt fahren, wo sie um 6:05 Uhr am Hauptbahnhof ankommen. Früher sind sie jeden Tag mit dem Auto gefahren, denn selbst mit dem ersten Bus ab Londorf hätten sie Frankfurt zu spät erreicht, um rechtzeitig in den Firmen sein zu können. Einige haben seit der Reaktivierung der Lumdatalbahn ihren Zweitwagen verkaufen können und sind froh über die Möglichkeit, morgens im Zug noch ein wenig zu schlafen.
Knapp drei Stunden später steht der Bahnsteig voller Schüler; viele von ihnen kamen mit Zubringerbussen aus den Rabenauer Ortsteilen zum Bahnhof. Ein zweiteiliger, geräumiger Triebwagen bringt sie gleich darauf in nur drei Minuten Fahrzeit nach Allendorf; mit kurzem Fußweg erreichen sie dann die Gesamtschule - überfüllte Busse, Rangeleien um die letzten Plätze gehören der Vergangenheit an.
Im Verlauf des Vormittags fahren etliche Studenten mit der Bahn nach Gießen. Busfahrzeiten von 40 bis 50 Minuten, sowie Abstände von bis zu 50 Minuten zwischen zwei Bussen machten das Lumdatal früher für Studenten als Wohnort unattraktiv. Auch die Mitnahme vom Fahrrad war im Bus schwierig.
Jetzt fährt die Lumdatalbahn alle halbe Stunde und bringt ihre Fahrgäste in nur 27 Minuten von Londorf zum Gießener Bahnhof. Die Mehrzweckabteile der Züge bieten Platz für acht Farräder; sogar ein Kinderwagen paßt noch dazu. Der 2004 eröffnete Haltepunkt Oswaldsgarten liegt zudem fabelhaft innenstadtnah und ist mit den Stadtbussen verknüpft, so dass alle Ziele in Gießen schnell und bequem erreicht werden.
In der Hauptverkehrszeit am Nachmittag kommen nun auch alle entspannt nach Hause ins Lumdatal zurück. Mit den voll besetzten Bussen zwischen 16 und 18 Uhr war der Heimweg früher nur zu oft unbequem und anstrengend; Fahrradfahrern wurden an manchen Tagen gar der Zustieg verwehrt - obwohl teilweise drei Busse im Abstand von wenigen Minuten fahren mussten, war die Kapazitätsgrenze erreicht.
Die "Vitale Mitte Staufenberg" mit ihren Geschäften ist, seitdem die Lebensader auf der Schiene wieder pulsiert, für Einkäufe noch attraktiver geworden: Vom Haltepunkt Daubringen aus kann man mit kaum fünf Minuten Fußweg dorthin gelangen.
Das Baugebiet Staufenberg-Süd wurde erweitert; in Richtung der Bahnstation sind neue Bauplätze entstanden - die komfortable Schienenanbindung lockt Interessenten von weit her.
Auch in Treis hat die Bahn Veränderungen gebracht: Um den neuen Haltepunkt "Treis West" entsteht gerade ein großes Neubaugebiet mit Kleingewerbe.
Am Wochende bringen die Züge Ausflügler ins Lumdatal, denn sogar am Sonntag fährt die Bahn im Zweistundentakt, bis spät am Abend. So kam gleichzeitig mit der neuen Lumdatalbahn auch der Tourismus in der Region ins Rollen...
Eine Phantasie, natürlich; aber keine Utopie! Vielmehr eine - unsere - Vision, die sich auf handfeste Prognosen und sehr konkrete Entwicklungen stützt, die an anderen reaktivierten Strecken bereits stattgefunden haben.
Die Chancen, die ein revitalisierter Schienstrang bietet, müssen nur genutzt werden! Dass dies auch von den Entscheidungsträgern vor Ort erkannt wird, bevor das Tal seinen Anschluss verpasst, ist Voraussetzung, damit aus einer Vision Wirklichkeit wird...