Über die Lumdatalbahn

Bauarbeiten zur Lumdatalbahn
Original-Aufnahme aus der Zeit des Baus der Lumdatalbahn. Also um 1901/1902 entstanden.
Zu sehen sind vorab verlegte Feldbahngleise.
Quelle: Sammlung Wolfgang Richter, Buseck

 

Mit dem Wort Lumdatalbahn    bezeichnet man die Eisenbahnstrecke zwischen Lollar und Grünberg im Teilraum Nord des Landkreises Gießen. Der Abschnitt zwischen Lollar und Rabenau-Londorf wurde bis 30. Mai 1981 regelmässig von Personenzügen befahren. Die Bahntrasse ist eingleisig, nicht elektrifiziert und verläuft entland des Flüßchens „Lumda“.

Zur Zeit gliedert sich die Strecke in drei Abschnitte:

  • Der Abschnitt LollarStaufenberg-Mainzlar ist eine öffentliche Eisenbahninfrastruktur und mit 20 t Achslast befahrbar. Sie wird aktuell bedarfsweise von Güterzügen befahren. Diese beliefen die in Mainzlar ansässigen Didierwerke. Auch finden auf diesem Abschnitt regelmäßig Sonderfahrten mit unterschiedlichen Schienenfahrzeugen statt – so z.B.  zum Schmaadleckermarkt in Lollar (erster Sonntag im September).
  • Der Abschnitt Staufenberg-Mainzlar bis Londorf ist seit 1991 ohne Betrieb und formal betreiberlos. Er wird ohne kommerzielle Ziele durch überwiegend eherenamtliche Arbeit bepflegt. Daher sieht die Strecke an einigen Stellen noch so aus, als wäre hier gestern erst der letzte Zug gefahren. Die Arbeiten der Vegatationspflege dienen der Kostenreduktion im Rahmen einer neuen NKU (Nutzen-Kosten-Analyse).
    Leider behindern einige technische Aspekte (defekte Bahnübergänge, Brücken usw.) die Eigentumsverhältnisse und eine fehlende Betriebsgenehmigung zur Zeit die Befahrung diesen Streckenabschnitts im Rahmen von z.B. Sonderfahrten.
  • Der Personenverkehr auf dem Abschnitt Londorf bis Grünberg wurde bereits am 29. Mai 1963 eingestellt. Der Rückbau dieses Streckenabschnitts erfolgte bereits 1965.  Heute dient dieser Abschnitt teilweise als Lumda-Wieseck-Radrundweg.

Zur Orientierung hier die Stationsliste der Strecke:

km Station
Gießen Bf
  Lollar – Süd (*)
Lollar Bf.
Lollar-Texasbrücke (*)
23,8 Daubringen Hp

heute „Vitale Mitte Staufenberg“

23,1 Staufenberg-Mainzlar
22,5 Anschlussstelle „Mainzlar Didierwerke“
Treis-Weiherstraße (*)
18,8 Staufenberg-Treis
16,1 Allendorf (Lumda)
12,7 Londorf
12,4 Streckenende seit 1965
11,3 Kesselbach
9,9 Odenhausen (Lumda)
8,0 Geilshausen
4,9 Lumda
3,2 Beltershain
0,0 Grünberg Bf
Anschluss von der Vogelsbergbahn von und nach Gießen und Fulda

(*) geplanter Halt im Rahnen einer möglichen Reaktivierung.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Lumdatalbahn&oldid=87102693; teilweise ergänzt)

Treis
Leider fehlt für dieses schöne und übersichtliche Bild der Name des Bildautoren. Nach Aussage ist es glaubhaft im Jahr 1977 entstanden. Zu sehen ist im Vordergrund noch das parallele Güter-Gleis und der per Rampe erreichbare Anschluß an den Güterschuppen. Leider ist es auch unbekannt, wann der Fahrkartenschalter in Treis/Lda. geschlossen wurde. Das Bild kann aus dem offenen Fenster eines haltenden Zuges heraus aufgenommen worden sein.
Quelle: Sammlung Wolfgang Richter, Buseck / Herr Wisker, Treis

 

Sendung über die Lumdatalbahn als Podcast

Im Internet existieren zahlreiche Seiten mit dem Thema Lumdatalbahn: Empfehlenswert ist vorallem die Fotodokumentation von Gregor Atzbach (atzba.ch) aus dem Jahre 2013.

2014 enstand im Rahmen einer Radiosendung auf „Radio Unerhört Marburg“ eine zweistündige Sendung über die Lumdatalbahn. Unser damaliger 1. Vorsitzender Michael Laux stellte sich damals den Fragen von Gregor Atzbach. Diese Sendung gibt es auch im Internet zum nochmal anhören und herunterladen.

Selbstverständlich sehr informativ ist auch der Wikipedia-Artikel zur Strecke.