Symbolbild


  • Genehmigungsplanung für Lumdatalbahn läuft
  • Nutzen-Kosten-Untersuchung bestätigt positiven verkehrlichen Nutzen
  • Weitere Reaktivierungsprojekte in Hessen in Planung und Umsetzung

Wie können stillgelegte Bahnstrecken wieder Teil eines attraktiven öffentlichen Verkehrs werden? Darüber hat sich Hessens Verkehrsminister Kaweh Mansoori am Mittwoch in Lollar mit Vertreterinnen und Vertretern des Bündnisses Sozialverträgliche Mobilitätswende ausgetauscht. Im Mittelpunkt des öffentlichen Gesprächs stand die geplante Reaktivierung der Lumdatalbahn zwischen Lollar und Londorf.

„Entscheidend ist nicht, möglichst viele Reaktivierungen anzukündigen, sondern die Projekte mit klarem Nutzen so weit zu bringen, dass am Ende tatsächlich wieder Züge fahren. Gerade im ländlichen Raum können reaktivierte Bahnstrecken Wege verkürzen und Regionen besser anbinden“, sagte Mansoori.

Bei der Lumdatalbahn sind die Vor- und Entwurfsplanung inzwischen abgeschlossen. Im zweiten Quartal 2026 wurde die Genehmigungsplanung begonnen. Die aktuelle Kostenberechnung geht von Investitionskosten von knapp 63 Millionen Euro aus. Die Nutzen-Kosten-Untersuchung weist einen Nutzen-Kosten-Indikator von 1,47 aus. Auch unter sensitiver Berücksichtigung bestehender Kostenrisiken liegt der Wert mit 1,27 weiterhin über der für eine Förderung maßgeblichen Schwelle.

Vorgesehen ist eine stündliche Bedienung der rund 13,5 Kilometer langen Strecke mit Nahverkehrszügen bis Gießen. Besonders für die direkten Anrainer im Lumdatal können sich dadurch Fahrzeitverkürzungen ergeben. Die Verkehrsleistungen für eine reaktivierte Lumdatalbahn sind bereits als Option im laufenden Verkehrsvertrag des Rhein-Main-Verkehrsverbunds für das Wetteraunetz enthalten.

Für die spätere bauliche Umsetzung ist eine Finanzierung auf Grundlage des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes vorgesehen. Der Bund fördert Reaktivierungsvorhaben mit bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Das Land beabsichtigt, die erforderliche Komplementärfinanzierung zu übernehmen. Nach aktuellem Planungsstand sind dafür bis zu zehn Millionen Euro Landesmittel für Planungs- und Baukosten vorgesehen.

„Bei der Lumdatalbahn sind wir einen wichtigen Schritt weiter. Jetzt müssen Genehmigungsplanung und Planfeststellungsverfahren sauber durchlaufen werden. Ein Inbetriebnahmedatum zu nennen, bevor diese Schritte abgeschlossen sind, wäre nicht seriös. Unser Ziel bleibt, das Projekt konsequent weiterzuführen“, sagte Mansoori.

Auch weitere Reaktivierungsprojekte in Hessen kommen voran. Für die Horlofftalbahn zwischen Wölfersheim-Södel und Hungen besteht bereits Baurecht. Das Vorhaben wurde in das GVFG-Bundesprogramm aufgenommen. Nach aktuellem Terminplan ist die Inbetriebnahme zum Fahrplanwechsel 2028/2029 vorgesehen. Für die Aartalbahn zwischen Wiesbaden und Bad Schwalbach sowie die Strecke Frankenberg–Battenberg werden weitere Planungsschritte vorbereitet.

Mansoori: „Guter öffentlicher Verkehr endet nicht an den großen Bahnhöfen der Ballungsräume. Auch im ländlichen Raum brauchen Menschen verlässliche Verbindungen. Deshalb schauen wir bei jedem Reaktivierungsprojekt genau hin, wo der Nutzen groß ist und wie wir aus Planung Schritt für Schritt Realität machen.“


Pressemitteilung des: Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum

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