Lumdatalbahn: Auftrag für Analyse der stillgelegten Schienenstrecke erfolgt (Gießener Anzeiger, 24.04.2015)

KREIS GIESSEN – (ae). Die Auftragsvergabe zu einer weiterführenden Kosten-Nutzen-Untersuchung für die Lumdatalbahn ist bereits „erfolgt oder wird in den nächsten Tagen erfolgen“, hat Landkreis-Sprecher Oliver Keßler auf Anfrage erklärt. Der Zweckverband Oberhessische Verkehrsbetriebe (ZOV) und der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) finanzieren diese Studie, deren Ergebnis nach Angaben von Keßler „noch 2015 vorliegen“ soll. Eine Vorstufenprüfung für 12 000 Euro hatte diese 50 000 Euro teuere Studie als sinnvoll eingestuft.

Damit geht es im Thema insgesamt weiter. Keßler: „Die Auftaktsitzung zur Untersuchung ,Reaktivierung der Lumdatalbahn‘ findet am 7. Mai statt.“ Zu dieser Sitzung wurde durch den RMV bereits eingeladen. Aus dem Ergebnis der Reaktivierungsstudie sollen sich dann die weiteren Schritte und deren zeitlicher Rahmen ergeben. Die Lumdatalbahn war in den vergangenen Tagen wieder in die Diskussion gekommen, nachdem Bündnis90/Die Grünen im Lumdatal festgestellt hatten, dass nach Vorlage der 71 Seiten starken Vorstufenprüfung im vergangenen Jahr nichts weiter passiert sei. Die Bündnisgrünen unterstellen dem Bürgermeistern der Lumdatalgemeinden, die Reaktivierung halbherzig zu betreiben.

Als Reaktion darauf hatte der frühere Regierungspräsident Wilfried Schmied aus Staufenberg festgestellt, dass die Lumdatalbahn schon vor Jahrzehnten stillgelegt worden sein, weil sie nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben war. Das sei heute bei inzwischen viel mehr Autos in den Garagen der Bürger und einem dichten Bahnbusnetz sicher nicht anders. Wo die Kundschaft fehle, gebe es keine Grundlage für ein erfolgreiches Bahnprojekt. Dazu hatte der Fahrgastverband Pro Bahn erklärt, Schmieds Mobilitätsverständnis stamme aus den siebziger Jahren. Der Drang zum privaten Personenwagen sei in jüngeren Jahrgängen eher rückläufig. Und Beispiele für erfolgreiche Bahnreaktivierungen gebe es in vielen Bundesländern. Angesichts der Weltvorräte an fossilen Brennstoffen sei eine Schienenverbindung sowieso immer allem anderen vorzuziehen. Der Lumdatalbahnverein hat außerdem darauf aufmerksam gemacht, dass die Bahn auf dem Weg von Londorf nach Gießen einfach schneller sei als der Bus.

Quelle: https://www.giessener-anzeiger.de

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