Lumdatalbahn

LB: #1 – Wo liegt überhaupt dieses Lumdatal?

3. Mai 2021

In der ersten Folge unseres Podcasts nehmen wir Sie mir auf eine kleine Reise durch das Lumdatal.

In dieser Folge sprechen wir auch über die Entstehung der Lumdatalbahn, neben dem Personenverkehr war von Anfang an der Güterverkehr wichtig. An der Strecke lagen mehrere Steinbrüche und Erzgruben. Die Strecke ging einst von Grünberg über Londorf nach Lollar. Der Abschnitt zwischen Grünberg und Londorf wurde bereits in den 1960er Jahren stillgelegt und abgebaut. Der verbliebene Abschnitt wurde noch bis 1981 im Personenverkehr betrieben. Auf einem Teilstück zwischen Mainzlar und Lollar fand noch bis 2016 regelmäßiger Güterverkehr statt. Nun ist die gesamte Strecke stillgelegt, unser Verein kämpft allerdings seit vielen Jahren für eine Reaktivierung!

Das Nebengleis der Lumdatalbahn in Allendorf/Lumda zieht um ins Wettertal

Es wurde viel spekuliert in den letzten Tagen in Allendorf/Lumda. Manche meinten, der Einsatz von gleich zwei großen Kranwagen am Bahnhof sei das erste sichtbare Zeichen der Reaktivierungsarbeiten. Andere sahen darin den Beginn des endgültigen Abbaus. Wir vom Verein Lumdatalbahn e.V. haben uns kundig gemacht, die Fakten geben wir gerne weiter:

Das jetzt entfernte Nebengleis liegt zumindest teilweise auf den Grundstücken der Anwohnerinnen und Anwohner, denen diese Flächen vor ca. 15 Jahren verkauft wurden. Bei der Reaktivierung der Lumdatalbahn wird sehr wahrscheinlich mit einem einzelnen Gleis in Allendorf/Lumda geplant. Der Zustieg wird von einem neuen Bahnsteig auf der Südseite erfolgen. Um die südlich angrenzenden Flächen hat unser Verein gekämpft. Diese werden benötigt für die stationsstypischen Einrichtungen wie beispielsweise eine Fahrrad-Abstellanlage, Park & Ride und Kiss & Ride – Plätze, eine Bushaltestelle, eine Packstation und einiges mehr.

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die hauptamtlichen Planerinnen und Planer bei der Reaktivierung einen Begegnungsbahnhof Allendorf vorsehen. Würden sich Züge bei einem angenommenen Halbstundentakt an dieser Stelle kreuzen, dann ergäbe sich eine unverhältnismäßig lange Standzeit des bergwärts fahrenden und anschließend nach Gießen zurückkehrenden Zuges in Rabenau-Londorf. Diese Wendezeit betrüge rund 20 Minuten. Schon die alte „Deutsche Bundesbahn“ hat mit Wendezeiten von rund vier Minuten in Londorf gearbeitet, und das zu Zeiten, in denen es der Erinnerung Älterer nach meist etwas gemütlicher zuging.

Apropos „alte Zeit“ – das Nebengleis war kein Kreuzungsgleis, auf dem regelmäßige Zugkreuzungen stattfanden. Es diente vielmehr dem lokalen Güterverkehr. Peter Kreuter aus Allendorf erzählte dazu kürzlich unserem Verein zwei interessante Fakten. Zum einen kann er sich erinnern, dass zuletzt die Brennstoffhandlung Reuning ihre Kohlelieferungen über dieses Gleis erhielt. Zum anderen wissen wir jetzt, dass das Gleis noch zu Beginn der 1980er Jahre erneuert wurde. Das erklärt auch den relativ guten Zustand, der eine Weiterverwendung auf der Museumsstrecke der Eisenbahnfreunde Wetterau zwischen Bad Nauheim (Nord) und Münzenberg möglich macht.

Und selbst wenn das anspruchsvolle Fahrplansystem der Main-Weser-Bahn die längere Standzeit in Londorf und damit den Kreuzungsbahnhof in Allendorf erforderlich machen sollte, dann könnte dieses Gleis auch auf der Fläche südlich des Hauptgleises wiederentstehen. Auf dem vierten Bild in der Rubrik „Roter Brummer – grünes Tal“ in unserem neugestalteten Bilderbogen „Historisch“ können Sie erkennen,dass Allendorf/Lumda früher über drei Gleise verfügte: Das Durchgangsgleis in der Mitte, das Kreuzungsgleis südlich davon und das jetzt entfernte Nebengleis am Empfangsgebäude.

Viel Rückenwind für die Lumdatalbahn im Kommunalwahlkampf

Die Lumdatalbahn ist ein wichtiges Thema im Kommunalwahlkampf. Und nahezu alle Parteien gehen sachlich und konstruktiv mit der möglichen Bahnreaktivierung zwischen Lollar und Rabenau-Londorf um. Zu diesem erfreulichen Schluss kommt der Verein Lumdatalbahn e.V. in seiner Betrachtung des laufenden Kommunalwahlkampfs.

Die Aktiven des Vereins haben die Wahlprogramme aller demokratischen Parteien im Lumdatal unter die Lupe genommen. Dabei wurde deutlich: Nahezu alle wollen ökologisch orientierte Verkehrsangebote schaffen und halten die Lumdatalbahn für einen Baustein im Mobilitätskonzept des Lumdatals. Vereinsvorsitzender Manfred Lotz: „Wir erklären seit mehr als 10 Jahren die möglichen Wege zur Lumdatalbahn, etwa die Regeln für die finanzielle Förderung. Außerdem benennen wir immer wieder Zuständigkeiten beim Land Hessen, dem Rhein-Main-Verkehrsverbund und der Deutschen Bahn. Viele ehrenamtliche Parlamentarierinnen und Parlamentarier haben sich offenbar in die Materie eingearbeitet und halten die Lumdatalbahn für realistisch. Das freut uns, denn so kommen Fördermittel in unsere Region und nicht nach anderswo.“

Die ehrenamtlichen Lumdatal-Bahnerinnen und -Bahner registrieren, dass die Schiene ganz offensichtlich auch innerhalb der Parteien für Diskussionsstoff sorgt. So wünscht sich beispielsweise die CDU in Rabenau die Regionalbahn herbei, während der Ortsverband in Allendorf/Lumda dem Vorhaben offen skeptisch gegenübersteht.

Der Verein freut sich, dass einzelne Fraktionen sich bereits mit Details der Lumdatalbahn beschäftigen. So wurde in Allendorf/Lumda die Entwicklungsfläche südlich der Bahnstation kürzlich durch einen Stadtparlamentsbeschluss für die Zwecke der nachhaltigen Mobilität gesichert. Eine Busstation, Radabstellplätze, Ladestationen für elektrische Fahrzeuge aller Art, Packstationen, PKW-Stellplätze – all das soll im Umfeld der Bahn möglich sein.

Zwar wünscht sich der Lumdatalbahn-Verein auch neue Wohnanlagen im Einzugsbereich der Bahn, aber nicht in nächster Nähe zum Gleis. Manfred Lotz vom Vorstand: „Den Fehler der Stadt Lollar sollte man nicht wiederholen, Baugrundstücke unmittelbar an der Schiene auszuweisen. Neben dem Gleis sollten andere Wege verlaufen, etwa Radwege oder Ortsstraßen. Auch kleine Grünanlagen sind möglich.“

Aber auch in Lollar möchte der Verein Lumdatalbahn e.V. das Beste aus der Situation machen. Durch eine Station im Wohngebiet Lumdaniederung bekommen die Menschen einen konkurrenzlos schnellen Zugang zur Gießener Innenstadt und zum Gießener Bahnhof als wichtigstem Umsteigebahnhof Mittelhessens. Gleichzeitig sorgt die Station dafür, dass das Wohngebiet mit moderaten Geschwindigkeiten durchfahren wird.

Für den LB e.V. steht fest, dass sich die künftigen Kommunalparlamente mit diesen Fragen der Verkehrsplanung in den nächsten vier Jahren auseinandersetzen müssen und sieht die allermeisten Parteien und Wählerinitiativen dafür gut vorbereitet.

Wir setzen uns dafür ein, dass im Lumdatal bald wieder Züge halten. – Foto: Gregor Atzbach

Lumdatalbahn-Podcast: Trailer

1. Februar 2021

Die Reaktivierung der Lumdatalbahn geht voran. In den nächsten Jahren werden einige spannende Dinge passieren diese möchten wir in unserem Podcast begleiten. Podcaster Gregor Atzbach spricht mit Vertretern unseres Vereins, Politikern und beteiligten der Reaktivierung. Mit unserem Podcast sind Sie immer auf dem aktuellen Stand der Reaktivierung.

Podcaster Gregor Atzbach betreibt mit podcastlabel.de eine Podcast-Produktionsfirma und verbreitet unter diesem Namen etwa 10 verschiedene Podcasts.

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Sat 1 beim Verein Lumdatalbahn e. V. in Londorf

Immer mal wieder kommen Redaktionen überregionaler Medien auf uns zu und wollen über unsere Arbeit pro Lumdatalbahn berichten. Für eine Sache zu sein findet zum Glück ähnlich viel Interesse wie gegen Projekte zu opponieren. Von wegen “ only bad news are good news“. Heute war Sat 1 in Londorf und drehte mit Landrätin Anita Schneider sowie mit uns. Der Beitrag wird in den nächsten Tagen auf „Sat 1 Live – 17.30“ zu sehen sein.

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